22.07.2012 18:00 Uhr
 
"Schießerei" in Kiesgrube
zahlreiche Softairwaffen bei 14 jungen Personen sichergestellt
Pressath.
Während am Sonntag Nachmittag ein Jäger auf der Pirsch war, vernahm er plötzlich mehrere Schüsse. Bei der Nachschau in dem Waldgebiet Bürgerwald, Gemarkung Pressath, konnte er mehrere junge Personen in Tarnkleidung beobachten. Dem ersten Eindruck nach beschossen sie sich in einer Kiesgrube mit echten Schusswaffen. Da ihm die Sache nicht ganz geheuer war, verständigte er kurz nach 18:00 Uhr die Polizei Eschenbach.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass tatsächlich echte Schusswaffen im Spiel sind, fuhren zusätzlich mehrere Streifen aus Kemnath und Weiden an. Beim Eintreffen in dem erwähnten Waldgebiet traf man auf mehrere junge Personen, die gerade in ihren Fahrzeugen die Waffen verstauen wollten. Eine Befragung des Jägers und eine Überprüfung der insgesamt 14 festgestellten Personen, darunter auch eine 20 Jährige, brachte folgenden Sachverhalt zu Tage. Offensichtlich verabredeten sich die Personen in zwei Gruppen an der Kiesgrube. Eine Gruppe vorrangig aus dem Bereich Grafenwöhr, Pressath, Kemnath und Weiden. Die zweite Gruppe bestand hauptsächlich aus Personen aus dem Raum Amberg und Umgebung.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei lieferten sich die beiden Gruppen ein Kräftemessen im Schießen mit sogenannten Softair- beziehungsweise Gotchawaffen. Auffällig war bei den verwendeten Waffen, dass es sich um hochwertige und dem äußeren Anschein nach echten Pistolen und Langwaffen handelte. Diese waren zum Teil mit funktionierenden Zielfernrohren ausgestattet. Zudem erfüllten die Langwaffen größtenteils die Funktion von vollautomatischen Waffen. Im Klartext bedeutet dies, dass mit diesen Waffen bei einmaliger Betätigung des Abzugs mehrere Schüsse abgegeben werden können.

Bei dem Personenkreis im Alter zwischen 17 und 27 Jahren wurden die Personalien festgestellt und deren mitgeführten Waffen von der Polizei sichergestellt. Insgesamt nahm die Polizei Eschenbach neun Lang- und zwei Kurzwaffen in Verwahrung. Dazu mehrere Magazine und die dazugehörende Plastikmunition. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand verfügten die Personen über keine Berechtigung die Kiesgrube für solche Zwecke zu benutzen. Beim Schießen selbst benutzten sie Schutzbrillen, um mögliche Verletzungen an den Augen zu vermeiden.

Derzeit wird mit Experten vom Bayerischen Landeskriminalamt abgestimmt, wann die sichergestellten Schusswaffen für eine Überprüfung der Bewegungsenergie abgegeben werden können. Diese Bestimmung ist entscheidend für die weitere polizeiliche Sachbearbeitung und die strafrechtlichen Folgen nach dem Waffengesetz.

Für Unbeteiligte bestand nach Auskunft der Polizei mit Ausnahme von Augenverletzungen keine konkrete Gefahr durch die dabei verwendete Munition schwerer verletzt zu werden. Dennoch wird durch die Polizisten vor dem Besitz und insbesondere vor dem Umgang mit solchen Waffen ausdrücklich gewarnt. Aufgrund der täuschenden Echtheit kann die Verwendung gerade beim Aufeinandertreffen mit legalen Schusswaffenträgern wie Polizei, oder Jägern, zu Missverständnissen und gefährlichen Situationen führen.
 

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