Regionalzug kracht an Bahnübergang in Schwertransport
2 Personen verstorben, 16 Verletzte in Kliniken
05.11.2015 22:00 Uhr
Freihung.
(3. UPDATE) Zu einem schweren Zugunglück kam es am Donnerstag Abend gegen 22:00 Uhr im Gemeindebereich Freihung. An einem Bahnübergang bei Freihungsand kollidierte ein Regionalzug mit einem Schwertransport, der für die US-Army unterwegs war. Durch den Zusammenstoß wurde die Zugmaschine des Tiefladers, der mit einem Lastwagen beladen war, abgerissen, sie verkeilte sich unter dem Triebwagen und wurde mehrere hundert Meter mitgeschleift. Dadurch gerieten der Lastwagen und der Zug in Brand. Besetzt war der aus Nürnberg kommende Regionalzug nach bisherigen Informationen mit rund 40 Fahrgästen. Sie konnten sich nach dem Zusammenstoß aus dem Zug retten, ein Großteil von ihnen wurde leicht verletzt, 4 Beteiligte erlitten schwere Verletzungen.

Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei eilten mit einem Großaufgebot an den Einsatzort am Rande des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Nach derzeitigen Informationen sind über 200 Einsatzkräfte beteiligt. Der Feuerwehr gelang es schnell, den auf einer Länge von rund 15 Metern brennenden Triebwagen und den darunter verkeilten Lastwagen abzulöschen. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes kümmerten sich um die Verletzten. In der Halle
eines an die Bahnstrecke angrenzenden Unternehmens wurde eine Verletztensammelstelle eingerichtet, von dort wurden insgesamt 16 Verletzte in umliegende Kliniken eingeliefert. Zwei der Schwerverletzten wurden mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser geflogen. Weitere 21 Personen erlitten leichte Verletzungen, beziehungsweise einen Schock. Sie wurden vor Ort durch den Rettungsdienst behandelt und durch Mitarbeiter der Krisenintervention betreut.

Nach Auskunft der Polizei wurde eine Person bei dem Zugunglück tödlich verletzt, hierbei dürfte es sich um eine Person aus dem Lastwagen handeln. Der Lokführer wird derzeit noch vermisst.

Die Untersuchungen zur Unglücksursache haben noch in der Nacht begonnen. Mehrere Beamte der Polizei, der Bundespolizei, sowie der Militärpolizei sowie ein Gutachter sind an der Unglücksstelle. Die Untersuchungen werden den ganzen Freitag über andauern.


1. UPDATE vom 06.11.2015 Stand 06:00 Uhr
Wie die Polizei am Morgen bestätigte, wurden bei dem Zugunglück der 30 jährige Lastwagenfahrer und der 35 jährige Lokführer tödlich verletzt. Einem Augenzeugen zufolge hatte sich der Schwertransport an dem Bahnübergang festgefahren, als plötzlich die Schranken zugingen. Unmittelbar darauf ist der Regionalzug von Nürnberg nach Weiden in die Zugmaschine des Schwertransporters gekracht.

Unklar ist momentan noch die genaue Anzahl der Fahrgäste welche sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Zug befanden,
da die Beamten nicht ausschließen können, dass sich Zuginsassen von der Unglücksstelle entfernt haben, bevor diese durch die Einsatzkräfte registriert werden konnten. Sie werden gebeten sich mit der Polizeidienststelle in Auerbach unter der Rufnummer 09643/9204-0 in Verbindung zu setzen. Bei der Polizei in Auerbach können auch Fahrgäste, welche Gegenstände im Zug zurücklassen mussten, diese wieder abholen.


2. UPDATE vom 06.11.2015 Stand 10:00 Uhr
Der Gutachter hat am Unfallort seine ersten Ermittlungen abgeschlossen. Ein Polizeihubschrauber kreiste am Vormittag längere Zeit über der Einsatzstelle und fertigte Luftbilder. Zwischenzeitlich hat ein Bergungsunternehmen damit begonnen, den Auflieger des Schwertransporters sowie die Trümmerteile der Zugmaschine zu bergen. Wie mittlerweile feststeht, waren mit dem Schwertransporter zwei Männer mit rumänischer Staatsangehörigkeit unterwegs. Vermutlich war der Beifahrer bereits ausgestiegen,
als der Zug den Lastwagen erfasste, er wurde leicht verletzt und wird derzeit mit Hilfe eines Dolmetschers zum Unfallablauf befragt. Zentrale Frage der weiteren Ermittlungen durch die Polizei wird sein, ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen zu dem schweren Unglück geführt hat. Der Regionalzug soll noch im Laufe des Freitags mit Hilfe zweier Schienenkräne geborgen und abgeschleppt werden.


3. UPDATE vom 06.11.2015 Stand 16:30 Uhr
Zur Klärung der Unfallursache wurde durch die Staatsanwaltschaft Amberg ein Sachverständiger mit der Erstellung eines Unfallgutachtens beauftragt. Der Unfallanalytiker hat zwischenzeitlich seine Arbeiten an der Unfallstelle beendet. Die Erstellung des Gutachtens wird nach Auskunft der Staatsanwaltschaft einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Bergung des Sattelaufliegers und des Lastwagens ist abgeschlossen. Wie die Staatsanwaltschaft Amberg in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Polizeipräsidium Oberpfalz am Nachmittag mitteilte, wurde von Seiten der US-Armee zwischenzeitlich bestätigt, dass das transportierte Militärfahrzeug für die US-Armee in Rumänien im Einsatz war und nun zur Reparatur durch eine rumänische Spedition zur US-Garnison nach Grafenwöhr hätte transportiert werden
sollen. Wieso hierbei die Fahrtstrecke über Freihungsand gewählt wurde, ist der Polizei derzeit nicht bekannt.

Die Bergung des Zuges mit Hilfe zweier schwerer Schienenkräne hat am Nachmittag begonnen, die Arbeiten sollen noch im Laufe der Nacht abgeschlossen werden. Die Bahnstrecke zwischen Vilseck und Freihung soll aber voraussichtlich bis Montag Morgen gesperrt bleiben, da noch die Schienen und das Gleisbett geprüft und repariert werden müssen.

Die weiteren Ermittlungen wurden durch die Beamten der Polizeiinspektion Auerbach übernommen, sie bitten Personen, die sachdienliche Angaben zum Unfallgeschehen machen können, sich unter der Rufnummer 09643/9204-0 zu melden.
Weitere Links zu diesem Thema, wobei Sie auch zu externen Links weitergeleitet werden können, auf die wir keinen Einfluß haben:
Autor: (bk) - zuletzt aktualisiert: 06.11.2015 16:46 Uhr
 

Anzeige

Videoplayer
 
06.11.15
Regionalzug kracht an Bahnübergang in Schwertransport
Aktuelle Bilder vom Morgen nach dem Zugunglück
Dateigröße etwa 32 MB

05.11.15
Regionalzug kracht an Bahnübergang in Schwertransport

Dateigröße etwa 67 MB

 


Pressemeldungen
 
Bei nachfolgenden Informationen hier im Abschnitt Pressemeldung handelt es sich um Pressemitteilungen. Der Urheber ist in der Regel in der Überschrift oder im Anschluss an den Text genannt. Diese werden von Behörden und Organisationen zu aktuellen Ereignissen herausgegeben. Diese werden von uns nur zitiert - eine Änderung, Streichung oder Ergänzung der Inhalte steht uns nicht zu.
Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Amberg und des Polizeipräsidiums Oberpfalz
vom 06.11.2015

Nachtrag zum Bahnunfall in Freihung

FREIHUNG, Landkreis Amberg-Sulzbach - Wie bereits berichtet, ereignete sich am 05.11.2015 gegen 22:00 Uhr ein folgenschwerer Bahnunfall an der Bahnstrecke Nürnberg-Weiden im Ortsteil Freihung-Sand.

Zur Klärung der Unfallursache wurde seitens der Staatsanwaltschaft Amberg ein Sachverständiger mit der Erstellung eines Unfallgutachtens beauftragt. Der Unfallanalytiker hat zwischenzeitlich seine Arbeiten an der Unfallstelle beendet. Die Erstellung des Gutachtens wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Ursachen des Zugunglücks sind derzeit noch unklar, insbesondere ist nicht geklärt, wieso der Sattelzug auf dem beschrankten Bahnübergang liegen blieb. Von Seiten der US-Armee wurde zwischenzeitlich bestätigt, dass das transportierte Militärfahrzeug für die US-Armee in Rumänien im Einsatz war und nun zur Reparatur durch einen zivilen Transporteur zur US-Garnison nach Grafenwöhr hätte transportiert werden sollen. Wieso hierbei die Fahrtstrecke über Freihung-Sand gewählt wurde, ist derzeit nicht bekannt. Ebenso kann derzeit nicht gesagt werden, mit welcher Geschwindigkeit sich der Zug bewegt hat.

Der Zug war zum Unfallzeitpunkt mit etwa 40 Fahrgästen besetzt. Bei dem Unfall wurden der 35-jährige deutsche Zugführer und der mutmaßliche Fahrer des Lkws, ein 30-jähriger Rumäne, getötet. 18 Personen wurden verletzt, vier davon mussten in umliegenden Krankenhäusern stationär versorgt werden. Die Verletzten stammen hauptsächlich aus der Oberpfalz.

Ein 25-jähriger Rumäne, der sich ebenfalls im oder an dem Lkw befand, wurde leichtverletzt. Er wurde nach seiner ärztlichen Versorgung zum Sachverhalt befragt. Über den Inhalt dieser Befragung kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden.

Derzeit läuft die Räumung der Unfallstelle. Diese wird noch bis in die Abendstunden andauern. Das Wasserwirtschaftsamt ist vor Ort, um zu prüfen, inwieweit Gefahrstoffe in den Boden gesickert sind. Das Eisenbahnbundesamt befindet sich ebenfalls an der Unfallstelle und prüft, inwieweit der Gleiskörper beschädigt wurde. Die Sperrung der Bahnstrecke wird bis mindestens Montagvormittag andauern.

Die Polizeiinspektion Auerbach hat die polizeilichen Ermittlungen übernommen. Zeugen, die sachdienliche Angaben zu dem Unfallgeschehen machen können, werden dringend gebeten, sich mit der Polizei Auerbach in Verbindung zu setzen.


Pressebericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz
vom 06.11.2015

Personenzug kollidiert mit Sattelzug an Bahnübergang - 2 Personen tödlich verletzt

FREIHUNG LKR. AMBERG-SULZBACH. Am Donnerstagabend, 05.11.2015, gegen 22:00 Uhr, kollidierte auf der Bahnstrecke Nürnberg-Weiden im Ortsteil Freihungsand ein Regionalzug mit einem Lkw, der auf einem Bahnübergang stand. Zwei Personen wurden bei dem Unfall tödlich verletzt.

Ein Regionalexpress erfasste an dem beschrankten Bahnübergang die Zugmaschine eines Sattelzuges, die im Bereich der Gleisanlagen zum Stehen kam. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Zugmaschine vom Anhänger abgerissen und von dem Regionalzug, der aus zwei Wägen bestand, mehrere hundert Meter mitgeschleift. Beide Fahrzeuge gerieten in Brand. Die Lkw-Zugmaschine brannte vollständig aus und der Regionalzug brannte im Bereich des Lokführerstandes aus.

Am oder im Lkw mit rumänischer Zulassung hielten sich zum Unfallzeitpunkt zwei Männer mit rumänischer Staatsangehörigkeit auf. Der mutmaßliche Lkw-Fahrer im Alter von 30 Jahren erlitt dabei tödliche Verletzungen. Der Beifahrer erlitt leichte Verletzungen und stellt nun einen wichtigen Ansprechpartner für die polizeilichen Ermittler dar.

Aus dem Bereich des Führerstandes des Regionalzuges bargen Einsatzkräfte in den frühen Morgenstunden einen zweiten Leichnam. Hier wird davon ausgegangen, dass es sich um den 35jährigen Zugführer handelt. Eine endgültige Identifizierung ist bislang nicht erfolgt.

Im Regionalzug befanden sich zum Unfallzeitpunkt etwa 40 Personen. Nach Auskunft des Rettungsdienstes vor Ort wurden 16 Zuginsassen ärztlich versorgt. Vier der Verletzten wurden stationär in Krankenhäusern aufgenommen. Bei diesen Personen besteht keine Lebensgefahr.

Die Zuginsassen fanden in einem nahe gelegenen Gewerbebetrieb eine erste Unterkunft, in der sie von den Rettungskräften betreut wurden. Durch die über 270 Einsatzkräfte am Unfallort erfolgte auch eine Absuche des umliegenden Geländes nach möglichen Verletzten. Hierbei wurden keine Personen aufgefunden.

Zur Klärung des Unfallherganges und der Unfallursachen wurden auf Anordnung des am Unfallort anwesenden Staatsanwaltes der Staatsanwaltschaft Amberg unfallanalytische Gutachter hinzugezogen. Diese begannen noch in den Nachtstunden mit der Untersuchung der Unfallstelle und der beteiligten Fahrzeuge. Auf dem Sattel-Auflieger des rumänischen Lkw befand sich zum Unfallzeitpunkt ein US-Militär-Lkw. Der abgerissene Auflieger stand nach dem Zusammenstoß samt Ladung nahezu unbewegt am Bahnübergang.

Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass sich Zuginsassen unmittelbar nach dem Zusammenstoß und vor einer polizeilichen Registrierung von der Unfallstelle entfernt haben. Die mit der Sachbearbeitung betraute Polizeiinspektion Auerbach bittet nun solche Fahrgäste, sich dringend mit der Polizei unter der Rufnummer 09643/9204-0 in Verbindung zu setzen.

Im Zug befanden sich noch verschiedene, zurückgelassene Gegenstände, die von der Polizei gesichert wurden. Diese können bei der Polizeiinspektion Auerbach, Oberer Torplatz 7, 91275 Auerbach i.d.OPf., von Berechtigten abgeholt werden.

Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallgeschehen oder einem Sattelzug im Bereich des Bahnüberganges machen können, werden ebenfalls gebeten, sich dringend mit der Polizeiinspektion Auerbach in Verbindung zu setzen.
 

Bildübersicht
 
1
Weitere 98 Bilder zu diesem Artikel finden Sie im Abobereich.
 


 
 

Kalender 2017 eingetroffen

Aktuelle Videos
 
1 | Unbewohntes Haus in der Altstadt abgebrannt

2 | Mutmaßliche Autodiebe flüchten vor Polizei und krachen in Lastwagen

3 | 65 Jähriger wird am Steuer bewusstlos

4 | Zwei Lastwägen durchbrechen die Mittelschutzplanke

 

Meistgelesene Artikel
 
1 | 09.12.2016

Von der Straße abgekommen und in Graben gelandet

2 | 10.12.2016

Unbewohntes Haus in der Altstadt abgebrannt

3 | 09.12.2016

Fünfjähriger mit Brandverletzungen

4 | 08.12.2016

Pferd reißt sich los und läuft auf die Straße

5 | 08.12.2016

Schranke an der Allee-Tiefgarage zerstört

 

Kontakt
 
BK-Media News ist ein Service von:
10_logo_bkmedia_2
BK-Media
Bernd Kropf Medienproduktion
Klaus-Conrad-Str. 22
92533 Wernberg

Telefon +49 9604 / 914 560
Fax +49 9604 / 914 570
eMail info@bk-media.de

Impressum